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16.1.2012

Natürlich ist es nicht egal, wie man lebt...

...Das Leben ist ein weites Spektrum von Erlebnissen, Vorurteilen, guten und schlechten Startbedingungen – von der Liebe bis zum Leid…“, so Walther Salvenmoser, Kreativdirektor der Lowe GGK über das neue Sujet des CS Hospiz Rennweg, das seit Mitte Dezember in Wien affichiert ist.

Das neue Hospiz-Sujet aus der Hand von Walther Salvenmoser, Lowe GGK

Das zweigeteilte 24-Bogen-Plakat in schwarz weiß zeigt auf der linken Seite die Skyline einer Großstadt auf der rechten Seite Grabsteine. Darüber der Schriftzug: Es ist ziemlich egal, wie man lebt. Aber nicht egal, wie man stirbt.

Ein durchaus provozierendes Plakat, das für Aufsehen sorgt und die Meinungen der Gesellschaft spaltet. Herr Salvenmoser sieht seine sehr pointierte Aussage im Spannungsfeld zwischen dem Leben oder gar dem Sich-treiben-Lassen einerseits und der Auseinandersetzung damit, dass jemandes Leben durch eine Diagnose plötzlich drastisch eingegrenzt wird. Das Plakat soll wachrütteln und die Chance bieten, über die Art und Weise einer sinnvollen und verantwortungsbewussten Lebensführung zu reflektieren.

Walther Salvenmoser über das Sujet:

„Wenn man das Leben und das Sterben in Relation zueinander setzt, und genau darum geht es, dann ist es ziemlich egal, wie man lebt. Denn was im (irdischen) Leben zumeist immer noch bleibt, ist die Hoffnung. Die Hoffnung auf ein materiell besseres Leben, auf Veränderung, auf etwas mehr Zufriedenheit ... vielleicht auch auf Glück. Und auch die schrecklichsten Lebensbedingungen werden immer noch dadurch gemildert, dass sie zur Routine werden. – Ganz zu schweigen von der Routine einer Wohlstandsexistenz, in der der Ablauf, das Ablaufen der Zeit, des Kostbarsten also von Alltag und Gedankenlosigkeit erdrückt wird.

Hingegen ist die Konfrontation mit dem absehbaren Tod ein tödlicher Schock ... tödlich schon vor Eintritt des Todes. Die Hoffnung reduziert sich schlagartig auf null und genau diese Lebensspanne von der präsumtiven Todeserfahrung - etwa durch die Diagnose Krebs im finalen Stadium - bis zum tatsächlichen Eintritt des Todes ist eine einzigartige Chance, das Leben nochmals und ganz anders zu leben – bewusster, spiritueller, es umzukehren zu einem kostbaren Geschenk. Man könnte auch formulieren:

Es ist nicht egal, wie man lebt ... und noch viel weniger egal, wie man stirbt. So ist auch Hospizarbeit zu verstehen: Hoffnung wird wiedergeboren aus einem ‚Trümmerfeld der Emotionen‘, aus der Bürde einer medizinischen Diagnose wird die Würde eines Menschen, der sich - vielleicht zum ersten Mal im Leben - als einzigartig, nicht austauschbar erleben darf.

Daher lässt sich die Plakatschlagzeile auch wie folgt interpretieren: Von der Austauschbarkeit zur Einzigartigkeit menschlicher Existenz.“

Sorgsam mit allen Aspekten des Lebens und seinen Herausforderungen umzugehen, das ist der Standpunkt und die Pflege- und Betreuungsphilosophie der Caritas Socialis.

Kurzum, so Walther Salvenmoser: „Wie schwer wiegen doch, wie kostbar sind doch zwei Wochen im Hospiz verglichen mit zwei Wochen ganz normalem Alltag.“

CS Hospiz Rennweg
Das CS Hospiz Rennweg umfasst 5 Einrichtungen unter einem Dach: Beratungsstelle, Mobiles Palliativteam, stationäres Hospiz Rennweg, Hospizteam der Ehrenamtlichen und Der Rote Anker. Mit diesem Angebot gibt das CS Hospiz Rennweg ein Zeugnis gegen aktive Sterbehilfe und für Lebensqualität bis zuletzt ab.

Im letzten Jahr wurden im CS Hospiz Rennweg insgesamt 215 schwerkranke Menschen auf der Palliativstation (12 Betten) und 808 mit dem mobilen Hospiz Rennweg. 270 Schwerkranke und 640 Angehörige wurden vom Hospizteam der Ehrenamtlichen betreut. Die Beratungsstelle hat 3.816 Beratungsgespräche geführt. Das 53-köpfige Hospizteam der Ehrenamtlichen hat 6.286 Stunden Menschen in schwierigen Lebenssituationen begleitet.

Hospizphilosophie lebt im CS Hospiz Rennweg
Das CS Hospiz Rennweg (seit 2002 eine Palliativstation mit den höchsten Qualitätsansprüchen) zeigt, dass der Hospizgedanke lebt, so wie ihn Cicely Saunders und Hospiz-Pionierin Schwester Hildegard Teuschl CS vorgelebt und verwirklicht haben. Dank der SpenderInnen und Sponsoren des CS Hospiz Rennweg ist ein Sterben in Würde und Geborgenheit möglich.

Kontakt

Leitung Öffentlichkeitsarbeit (Karenzvertretung)

Angelika Mayer

Angelika Mayer
1030 Wien, Oberzellergasse 1
Tel: 01 / 717 53 - 3133
>> E-Mail

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