Caritas Socialis
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Hildegard Teuschl hat gelebt, wovon sie sprach

Zahlreiche Freunde, Angehörige und Wegbegleiter haben am Freitag, 27.2.2009 Abschied von der Pionierin der österreichischen Hospizbewegung Schwester Hildegard Teuschl genommen. Sr. Hildegard war Schwester der Schwesterngemeinschaft Caritas Socialis, Initiatorin zahlreicher Ausbildungszweige für Sozialberufe und gründete 1998 mit einem Interdisziplinären Team die Palliativlehrgänge in Österreich.

Der Name Hildegard Teuschl ist untrennbar mit der österreichischen Hospizbewegung verbunden. 1987 begann sie mit dem Auf- und Ausbau der Hospizbewegung in Österreich und leitete von 1993 bis 2008 den Dachverband HOSPIZ ÖSTERREICH. Am 18. Februar war sie nach schwerer Krankheit im CS Hospiz Rennweg ihrem Krebsleiden erlegen.

"Eine große, starke, überzeugende Frau"

Am 27. Februar verabschiedeten sich hunderte Menschen auf dem Kalksburger Friedhof von Sr. Hildegard Teuschl. P. Alois Riedlsperger zitierte in seiner Ansprache aus den Texten, die Sr. Hildegard Teuschl selbst für ihr Begräbnis vorbereitet hatte und den Grund ihres sozialen Engagements andeuten: "Wo kämen wir hin, wenn alle sagten: 'Wo kämen wir hin?' Und niemand ginge, um einmal zu schauen, wohin man käme, wenn man ginge.“ Schwester Teuschl sei stets vorangegangen "mit Interesse, Wachheit und Initiative", sagte Pater Riedlsperger. "Sie war eine große, starke, überzeugende Frau".
"Schwester Hildegard Teuschl ist ihren Weg gegangen: bewusst, tapfer, vertrauensvoll", sagte Pater Alois Riedlsperger. "Sie hat gelebt, wovon sie sprach und wofür sie sich einsetzte - bis zuletzt", erinnerte der Jesuit an den Einsatz Hildegrd Teuschls für die Hospizbewegung und ihr persönliches Zeugnis für die Bedeutung menschlicher Zuwendung im Umgang mit Sterbenden, als sie selbst an Krebs erkrankte.

Förderung der Hospizarbeit
Im Anschluss an das Begräbnis in Kalksburg fand in der Konzilsgedächtniskirche in Wien-Lainz ein Dankgottesdienst statt, an dem zahlreiche VertreterInnen aus Politik, Kirche und Hospizbewegung teilnahmen. Weihbischof Helmut Krätzl strich in seinen Worten ihr persönliches Glaubenszeugnis und die Bedeutung Sr. Hildegard´s für die Kirche Österreichs hervor und überbrachte Gruß- und Dankesworte von Kardinal Christoph Schönborn.

Sr. Maria Judith Tappeiner CS, Generalleiterin der Caritas Socialis, las zu Beginn des Gottesdienstes aus dem persönlichen Testament Sr. Hildegard´s vor, in dem sie auf ein erfülltes Leben zurückschaute, allen WeggefährtInnen dankte und dazu aufrief, den Ausbau der Hospiz- und Palliativarbeit weiter zu fördern und zu unterstützen. 

Der Jesuit Pater Reinhard Ettel erinnerte in seiner Predigt an das Jahr 2001 und den damaligen Einsatz Teuschls für eine parlamentarische Enquete zur Hospizarbeit in Österreich. Gemeinsam mit Kardinal Franz König hat sie damit dazu beigetragen, dass sich alle Parteien im Dezember des gleichen Jahres in einem gemeinsamen Parlamentsbeschluss gegen die aktive Sterbehilfe und für die "umfassende Förderung der Hospizarbeit" ausgesprochen haben.

Pater Ettel erinnerte an Hildegard Burjan, die als Gründerin der "Caritas Socialis" wichtiges Vorbild für Schwester Teuschl gewesen sei. Er verwies auf das Burjan-Zitat "Die Barmherzigkeit von heute muss die Gerechtigkeit von morgen werden". "So war Hildegard Teuschl und auf dieser Basis hat sie sich immer wieder auch öffentlich engagiert".

Karl Bitschnau dankte als Vertreter des Dachverbands Hospiz Österreich für die Spuren, die sie hinterlassen hat: „Du hast es geschafft überall in Österreich Strukturen aufzubauen, die das Leben von schwerkranken und sterbenden Menschen erleichtern und unterstützen. Auf diesem Fundament können wir aufbauen und die Arbeit weiter entwickeln.“

Bei der anschließenden Begegnung im Kardinal König Haus, in dem Sr. Hildegard Teuschl jahrzehntelang gewirkt hatte, kam ihr Beziehungsreichtum und die Gabe, Menschen zu vernetzen zum Ausdruck.

 

Rückfragenhinweis:
Mag. Sabina Dirnberger, Public Relations & Fundraising
CS Pflege- und Sozialzentrum Rennweg
A-1030 Wien, Oberzellergasse 1
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